Social-Media-Guidelines für Unternehmen (1/3)

Strategie | 17 Kommentare | von Claudia Hilker

Was bringen Social-Media-Guidelines? Immer wieder werde ich gefragt, wie man den Social-Media-Einsatz für Unternehmen erfolgreich und sicher gestaltet. Nach meinen Erfahrungen sollte jede Social-Media-Strategie eine Social-Media-Guideline enthalten, um sichere Voraussetzungen für den Erfolg zu schaffen. Warum das für Unternehmen wichtig ist und worauf Unternehmer achten sollten, das erkläre ich in dieser zweiteiligen Serie über Social-Media-Guidelines.

Social Media als Zeitkiller?

Social Media können ein großer „Zeitfresser“ sein, wenn hier keine unternehmerischen Ziele verfolgt werden. Da der Arbeitnehmer seine Arbeitskraft zu den arSocial-Media-Guidelinesbeitsvertraglichen Zeiten dem Unternehmen zur Verfügung stellt, kann somit auch Arbeitszeit verschwendet werden. Deshalb haben viele Unternehmer Angst, dass ihre Mitarbeiter den ganzen Tag nur im Social Web unproduktiv surfen, ohne ihre Aufgaben zu erledigen. Darum trauen sie sich nicht, das Thema überhaupt zu regeln. Doch gerade das ist ein Fehler! Diese Probleme und Risiken sollte eine Social-Media-Guideline für das Unternehmen klären. Nur mit Social-Media-Guidelines können Facebook, Twitter, Xing den Unternehmenserfolg gezielt fördern.

Was ist eine Social-Media-Guideline?

Eine Social-Media-Guideline sichert die Online-Reputation für Unternehmen. Social-Media-Guidelines dienen Führungskräften und Mitarbeitern zur Orientierung im Social Web. Sie klären auf über Chancen und Risiken und sensibilisieren im Umgang mit Facebook, Twitter, Blogs und Co. Riskant ist, dass viele Unternehmen in ihrem Social-Media-Engagement die Social-Media-Guidelines oft noch sträflich vernachlässigen.

Nutzen von Social-Media-Guidelines

Eine Social-Media-Guideline regelt rechtliche Grundlagen zum Social Web im Unternehmen. Damit besitzt das Unternehmen konkrete Handlungsempfehlungen und somit ein wichtiges Steuerungsinstrument zum Social-Media-Einsatz. Zudem sollte eine Social-Media-Policy in Ergänzung mit dem Arbeitsvertrag abgestimmt werden, um Kollisionen zu vermeiden.

Stellenwert von Social-Media-Guidelines im Unternehmen

Viele Mitarbeiter nutzen Social Web sowohl privat als auch beruflich, ohne über mögliche Folgen nachzudenken. Neben Risiken sollte man auch über rechtliche Konsequenzen aufklären. Themen wie Datenschutz, Urheberrecht und Sicherheit können darin thematisiert werden wie auch respektvoller Umgang mit Kollegen, Kunden und Wettbewerbern.

Social-Media-Guidelines dienen zur Sicherheit

Richtlinien zur Nutzung der sozialen Medien dienen den Interessen von Mitarbeitern und Unternehmen. Bei vielen Mitarbeitern herrscht Unsicherheit, was im Internet geschrieben werden darf, was aus Unternehmenssicht akzeptiert wird und wer bei Fragen zur Verfügung steht. Diese Guideline sollten Unternehmen frühzeitig einplanen. Dazu bedarf es eines Konzepts, das mit Betriebsrad, Personal- und Kommunikationsabteilung, Juristen abgestimmt wird. Zudem sollten die Inhalte und das entsprechendes Anwender-Wissen den Mitarbeitern in Seminaren, Vorträgen und Workshops vermittelt werden.

Risiken meiden mit Social-Media-Guidelines

Echtzeit-Medien geben jedem die Möglichkeit, alle denkbaren Informationen sofort im Internet zu veröffentlichen. Deshalb bergen sie Risiken, denn vertrauliche Informationen können damit in schnell und einfach online verbreitet werden. Abgesehen von Kunden-Beschwerden und negativen Meldungen über Mängel ist z.B. auch die Weitergabe interner Infos bei börsennotierten Unternehmen ein Risiko.

Ein Negativ-Beispiel dazu

Der US-Modedesigner Kenneth Cole lieferte ein Lehrstück dazu. Eine unbedachte Twitter-Nachricht über die Unruhen in Kairo reichte aus, um viele User gegen ihn aufzubringen: „Millionen sind in Aufruhr in Kairo. Das Gerücht geht um, sie hörten, dass unsere neue Frühjahrskollektion online verfügbar ist.“ Der New Yorker Modedesigner dachte vermutlich, das sei witzig. Er ahnte nicht, dass er mit seiner Äußerung ein Debakel heraufbeschwor: für sich und seine Firma. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis er erkannte, dass sein Scherz keine gute Idee gewesen war.

Sofort brach ein Shitstorm aus: ein Sturm der Entrüstung. Coles Nachricht verbreitete sich lawinenartig – versehen mit wenig schmeichelhaften Kommentaren. Die einen verwiesen darauf, dass in Kairo gerade Menschen sterben, andere beschimpften den Autor als Idioten, wieder andere schworen, nie wieder Schuhe oder Kleidung von Cole zu tragen. Die Marke Kenneth Cole wurde in wenigen Stunden zur Lachnummer.

Grenzen von Social-Media-Guidelines

Social-Media-Guidelines können Grenzen aufzeigen, damit Informationen nicht über Social Media ausgetauscht werden. Strikte Verbote helfen – gerade im Hinblick auf mobile Endgeräte – nicht unbedingt weiter. Statt sich sämtliche Chancen mit Social Web zu verbauen, ist ein individueller Ansatz sinnvoll, bei dem man entscheidet, welche Werkzeuge in welcher Art und Weise eingesetzt werden sollen.

> Social-Media-Guidelines für Unternehmen (1/2)

> Social-Media-Guidelines für Unternehmen (2/3)

> Social-Media-Guidelines für Unternehmen (3/3)

Quelle: Dieser Beitrag enthält Auszüge aus dem Buch von Claudia Hilker: Social Media für Unternehmer: Wie man Xing, Twitter, Youtube und Co. erfolgreich im Business einsetzt.

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