Online-PR: Experten-Interview mit Melanie Tamblé

Kommunikation | 3 Kommentare | von Claudia Hilker

Wie funktioniert Online-PR? Im Experten-Interview mit Social Media-Expertin Melanie Tamblé vom Online-Dienst PR-Gateway verrät sie uns einiges über  Online-PR.

1) Löst Online-PR die klassische PR ab?

Melanie Tamble von PR-Gateway über Online-PR

Melanie Tamble von PR-Gateway über Online-PR

Nein, die klassische Öffentlichkeitsarbeit nicht abgelöst, sondern Social Media sind eine wichtige Ergänzung. Die Social Media bieten viele neue Plattformen, um PR-Texte direkt zu veröffentlichen. Auf Presseportalen, Social-News-Portalen und in Social Communities können Unternehmen PR-Meldungen selbst publizieren. Damit haben Unternehmen die Möglichkeit, die Veröffentlichung und Steuerung von Unternehmens- und Produkt-Informationen selbst in die Hand zu nehmen und Kunden und Interessenten direkt zu erreichen.

2) Wie kommen die PR-Inhalte online zu den Kunden?

Wer im Internet gefunden werden möchte, muss in den Suchmaschinen präsent sein. Über 87 Prozent der deutschen User nutzen regelmäßig die Dienste von Google und Co., um an Informationen zu gelangen. Auch 99 Prozent der Journalisten starten Ihre Recherche im Internet. Nur wer in den Suchmaschinen gefunden wird, kann auch seine Zielgruppen erreichen. Google und Co. durchsuchen das Internet kontinuierlich nach neuen Webinhalten und aktuellen Informationen zu bestimmten Keywords (Schlagwörtern) und Themen und legen diese kategorisiert im Suchmaschinenindex ab. Vor allem Presse-Mitteilungen und Fachartikel sind ideale Inhalte für die Suchmaschinen. Suchmaschinen bewerten Webinhalte vor allem nach Themenrelevanz und nach häufiger Verlinkung, also Veröffentlichung auf vielen verschiedenen Websites.

3) Was macht die Presse-Meldungen attraktiv für die Suchmaschinen?

Presse-Mitteilungen punkten besonders gut bei Google und Co., da sie aktuell sind und viel redaktionellen Text enthalten. Gut geschriebene Texte mit relevanten Inhalten und Schlüsselbegriffen zu bestimmten Themen bieten daher eine gute Grundlage, um in den Suchmaschinen gefunden zu werden. Eine Veröffentlichung der Presse-Mitteilungen auf anderen Websites unterstützt die Verlinkung (Backlinks) und damit das Ranking der eigenen Website. Zudem führen die Links in der Pressemitteilung  potenzielle Interessenten auf die Unternehmenshomepage oder eine bestimmte Landingpage und somit direkt zum Point of Sale.

4) Auf welchen Websites können Unternehmen ihre Pressemitteilung veröffentlichen?

Es gibt inzwischen eine Vielzahl von Presseportalen, über die Presse-Mitteilungen im Internet veröffentlicht werden können. Viele der Portale bieten ihre Dienste sogar kostenlos an, so dass auch Unternehmen mit kleinen Budgets von einer weitreichenden Medienpräsenz profitieren können. Presseportale enthalten viele aktuelle und qualifizierte Inhalte und werden daher von den Suchmaschinen häufig indiziert und gut gerankt. Wer diese Art der kostenlosen PR nutzen möchte, sollte seine Presse-Mitteilungen auf möglichst vielen Presseportalen veröffentlichen.

5) Worauf müssen PR-Profis achten, wenn sie eine Online-Pressemitteilung schreiben?

Bevor der PR-Text verfasst wird, ist es sinnvoll, ein Brainstorming der wichtigsten Begriffe durchzuführen, die für die Produkte oder Dienstleistungen des Unternehmens stehen. Doch komplizierte Fachbegriffe sind dabei nicht gefragt. Es sollten Keywords genutzt werden, die ein Kunde in eine Suchmaschine eingeben würde, wenn er nach bestimmten Informationen sucht. Ein Kunde würde z.B. eher nach „Mode“, anstatt nach „Bekleidung“ suchen. Online-Presse-Mitteilungen folgen ähnlichen Formkriterien wie klassische Presse-Mitteilungen. Ein strukturierter Text mit Zwischenüberschriften erleichtert die Lesbarkeit online. Ein Link in der Pressemitteilung führt die Leser direkt zu weiterführenden Informationen. Die Online-Pressemitteilung kann außerdem auch Bilder oder andere multimediale Elemente wie Videos enthalten.

6) Welche Anforderungen müssen PR-Manager 2.0 erfüllen?

Die neuen Medien ermöglichen PR-Verantwortlichen, ihre Produkt- und Unternehmensnachrichten direkt zu ihren Zielgruppen zu bringen, sich an der Kommunikation unmittelbar zu beteiligen und Informationsströme gezielt zu steuern. Für den Umgang mit den neuen Medien sind aber auch neue Kenntnisse und Fertigkeiten gefragt. PR-Profis von heute sollten über grundlegende Kenntnisse sowohl in HTML und CMS-Systemen (Content-Management- Systemen wie WordPress oder Drupal) als auch in der Suchmaschinenoptimierung (SEO) verfügen. Für den Umgang mit den Social Media ist außerdem eine ausgeprägte soziale Kompetenz und ein gutes Fingerspitzengefühl erforderlich. Um den direkten Dialog mit dem Kunden zu beherrschen, sind außerdem neben den reinen PR- auch Kenntnisse aus Online-Marketing und Vertrieb sinnvoll.

PR Gateway

7) PR-Gateway: Acht Tipps, wie Sie Blogger als Redaktionspartner gewinnen können

Es gibt inzwischen zahlreiche Blogs zu unterschiedlichsten Themen. Die Internet-Tagebücher sind vertrauenswürdige Informations- und Meinungsquellen für viele Konsumenten, aber auch für den Businessbereich geworden. Besonders Fachblogs haben sich zu viel rezipierten und kommentierten Medien entwickelt. Sie ermöglichen die Diskussion zwischen Autor und Leser und auch zwischen den Lesern untereinander.

Für PR-Experten werden themen- und zielgruppenorientierte Blogs zu einer ähnlich wichtigen Kommunikationsschnittstelle wie Redakteure wichtiger Printmedien. Zusätzlich können wichtige Kooperationen mit gegenseitigem Linktausch entstehen. Jedoch sollte eine Kontaktaufnahme mit Bloggern sorgfältig durchdacht sein, da viele von ihnen wöchentlich Hunderte von Kooperationsanfragen bekommen. Die folgenden acht Tipps zeigen, wie Sie Blogger als Redaktionspartner für Ihre Unternehmens- und Produktinformationen gewinnen können.

1. Beobachten Sie das Blogthema genau

Vor der Kontaktaufnahme mit einem Blogger sollten Sie sich ausführlich mit dem Thema des Blogs beschäftigen. Informationen zu versenden, die nichts mit den Inhalten des Blogs zu tun haben, ist sinnlos. Der Betreiber wird die E-Mail ignorieren. Bieten Sie Beiträge an, die für die Leser des Blogs klare Mehrwerte schaffen.

2. Personalisieren Sie Ihre E-Mail

Nichts ist unpersönlicher, als eine automatisiert erstellte Ketten-Email, die an viele Blogs gleichzeitig versendet wird. Hinter einem Blog steckt immer eine Person, die individuell angesprochen werden möchte. E-Mails mit persönlicher Anrede und Benennung des Blogs sollten selbstverständlich sein.

3. Stellen Sie sich selbst vor

Beim Erstkontakt sollten Sie sich zunächst in ein oder zwei Sätzen selbst vorstellen. Dadurch kann der Blogger das Unternehmen besser einordnen und abwägen, ob er das Kooperationsangebot annimmt oder nicht. Auch bei einer zweiten E-Mail sollten Sie nochmal erwähnen, wer Sie sind und in welcher Branche Sie tätig sind. Blogger können so die vorherige E-Mail-Korrespondenz besser in Erinnerung rufen.

4. KISS – Keep it short and simple

Blogger sind meist vielbeschäftigte Menschen. Halten Sie Ihre Kooperationsanfrage kurz und bündig halten. Stellen Sie  klar heraus, worum es geht und wie der Blogger und seine Leser davon profitieren können.

5. Seien Sie nicht penetrant!

Schicken Sie einem Blogger in einer kurzen Zeit viele E-Mails nacheinander, werden Sie wenig Erfolg haben. Wenn ein Blogger nicht antwortet, ist es durchaus sinnvoll, eine Erinnerungsmail zu senden. Danach sollten Sie aber erst einmal auf eine Antwort warten.

6. Bieten Sie einen exklusiven Artikel an

Blogger sind gerne die Ersten, die ein Thema veröffentlichen. Ein exklusiver Artikel verhilft ihnen zu mehr Traffic und Glaubwürdigkeit in ihrem Fachgebiet. Individuelle, auf den Blog angepasste Beiträge, oder Interviews können das Interesse eines Bloggers wecken.

7. Linktausch und Blogroll

Die Blogosphäre lebt vom Austausch und der Vernetzung von Blogs. Wenn Sie einen Corporate Blog betreiben, sollten Sie diesen bei der Kooperationsanfrage mit vorstellen und einen Linktausch für die Blogroll vorschlagen. Manche Blogger sind eher bereit, auf bestimmte Beiträge in anderen Blogs zu verlinken, als Gastbeiträge zu veröffentlichen. Andersherum können Sie auch den angeschriebenen Blog in Ihrer Blogroll verlinken.

8. Pressemitteilungen vs. Social Media News Releases

Nehmen Sie Blogger nicht einfach in Ihren Presseverteiler. Die klassische Pressemitteilung ist für eine Veröffentlichung auf einem Blog nur bedingt geeignet. Sie bietet daher auch für einen Blogger wenig Anreize. Geeigneter sind Social Media News Releases mit Bildern oder multimedialen Elementen oder Beiträge, die speziell auf den Blog angepasst sind.

Die Veröffentlichung von Beiträgen auf einem Corporate Blog sowie Content Kooperation und Vernetzung mit zielgruppen- und themenrelevanten Blogs ist ein wichtiger Bestandteil einer Online-PR-Strategie. Vor allem Social Media News Releases sind geeignete Medien, um Unternehmensinformationen in branchenspezifischen Blogs zu platzieren oder zu verlinken. Andere Verbreitungsmedien für PR-Meldungen sind Presseportale, die für Suchmaschinen besonders attraktiv sind. Sie beinhalten qualitativ hochwertige Inhalte und aktuelle Daten, die von den Suchmaschinenrobots von Google und Co. kontinuierlich im Netz gesucht werden. Es lohnt sich also, PR-Beiträge auf möglichst vielen Websites und Portalen zu platzieren.

Gemeinsam mit der Veröffentlichung über Blogs und Social-Media-Portale erhöht die Publikation von PR-Meldungen über Presseportale die Reichweite der Öffentlichkeitsarbeit um ein Vielfaches.

Auf Presseportalen, Social-News-Portalen und in Social Communities können Unternehmen PR-Meldungen selbst publizieren. Damit haben Unternehmen die Möglichkeit, die Veröffentlichung und Steuerung von Unternehmens- und Produktinformationen selbst in die Hand zu nehmen. Unternehmen erreichen mit den PR-Beiträgen pozentielle Kunden und Interessenten. Sie können Informationen gezielt steuern und somit ein aktives Reputationsmanagement im Internet betreiben. Die Online-PR bringt die Öffentlichkeitsarbeit direkt in die Öffentlichkeit.

Überblick über die wichtigsten neuen Online-Kommunikationsmedien

– Blogs,
– E-Books
– E-Newsletter
– Microbloggingdienste wie Twitter
– Podcasts
– RSS-Feeds
– Social Media Newsrooms
– Webinare
– Whitepapers

 

Über das Buch: „Social Media für Unternehmer“ von Claudia Hilker
Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch der Marketing-Expertin Claudia Hilker: „Social Media für Unternehmer: Wie man Xing, Twitter, Youtube und Co. erfolgreich im Business einsetzt“. Es verrät, worauf es wirklich ankommt, welches Netzwerk für welches Ziel und für welche Zielkunden geeignet ist. Claudia Hilker leitet die Düsseldorfer PR-Agentur Hilker Consulting und berät Kunden in der strategischen MarketingKommunikation. Die Marketing-Expertin entwickelt Konzepte, Content und Relations für Public Relations und Social Media. Claudia Hilker hält Workshops, Seminare und Vorträge.

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Kommentare

  1. Wir setzten selbst sehr aktiv Online-PR ein, um gezielt kurzfristig Keywörter in Zusammenhang mit unserer Firma zu pushen.

    Ich bin immer wieder erstaut, wie wenige Markting- und PR-Experten dieses effektive „Spiel über die Bande“ nutzen, um bei Google&Co besser gefunden zu werden. Denn warum soll viel Zeit und Budget in die Suchmaschinen – Optimierung einer Firmen-Homepage investiert werden, wenn es mit einem guten PR-Artikel binnen Stunden auch funktioniert? Zugegeben, funktioniert es natürlich nicht bei stark umkämpften Begriffen, aber wenn es sich um „nicht-Internet-affine“ Branchen oder spezifische Fachbegriffe handelt, funktioniert es erstaunlich gut.

    Übrigens statten wir mit diesem umsatzstarken Vertriebs-Tipp kostenlos jeden unserer Beratungskunden aus. Und deren Erfolg gibt uns immer wieder Recht. Deshalb: Wirklich guter Artikel!

    • Danke Annette für deinen Kommentar!

      Ja, ich stimme dir zu, Online-PR wird bei vielen Internet- und PR-Agenturen noch stark vernachlässigt, obwohl es ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis hat. Es ist eine effiziente, wirksame und nachhaltige Maßnahme.

      Vermutlich liegen die Gründe darin, dass viele Marketing-Mitarbeiter die neuen Möglichkeiten noch scheuen, weil ihnen das Know-how fehlt, zum Beispiel für SEO-optimiertes Texten.

      Gerade PR- und Marketing-Mitarbeiter müssen jedoch kontinuierlich in ihre Weiterbildung investieren, wenn sie auch morgen noch ihre Brötchen damit verdienen wollen, denn die Marketing-Kommunikation befindet sich im Wandel. Gefragt sind in Zukunft interaktive Aktionen zum Mitmachen in Social Media.

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