Mit Klout die Online-Reputation messen

Strategie | 8 Kommentare | von Claudia Hilker

Klout misst den Einfluss einer Person im Social-Media-Engagement. Klout ist ein Tool für Personen zum Online-Reputationsmanagement und für Unternehmen zum Influencer Marketing. Doch was steckt dahinter?

Klout Scoring Modell

In den USA gehört Klout bereits zum Standard des Unternehmensalltages. Viele Personaler messen mit Klout den Wert von Bewerbern für Stellenausschreibungen als „Social Media Manager“. In Deutschland wird es sich vermutlich erst in den nächsten Jahren etablieren. Das Scoringmodell von Klout arbeitet mit einer Skala von 1 bis 100, wobei 100 für den höchsten Einfluss steht. Barack Obama hat einen Klout-Wert von 99.

Klout Wert Barack Obama

Klout Scoring Parameter

Klout analysiert für den aktuellen Score den Einfluss der Social-Media-Netzwerke (wie Facebook, Twitter, Google+) der letzten 90 Tage. Zur Messung greift Klout auf bestimmte Scoringwerte zurück. Dabei fallen sämtliche Social Media Profile und Tätigkeiten in die Gewichtung sowie Blogger und WordPress-Aktivität. Vor allem die stetige Interaktion mit anderen Usern ist für den Kloutscore von hoher Bedeutung. Dabei werden drei Parameter gemessen:

  • True Reach: Die Zahl an Usern, die direkt oder indirekt beeinflusst werden
  • Amplification: Die Stärke der Beeinflussung
  • Network Impact: Die Stärke des Einflusses von Freunden, Fans & Followern.

Klout Netzwerke Einfluss

Influencer identifizieren mit Klout

Der durchschnittliche Kloutscore liegt bei 40. Ab circa Kloutscore 63 gehört man zu den Top Influencer. Das ist zum Beispiel bei Claudia Hilker von Hilker Consulting der Fall. Ihr Kloutscore liegt bei 73. Somit liegt sie im höchsten Bereich. Nur ein Zehntel der Nutzer erreichen diesen Wert.

Claudia Hilker Klout

Welchen Nutzen hat Klout für Unternehmen?

Natürlich gibt es auch Kritik zum Klout Score, z.B. weil die Berechnungslogik nicht offen gelegt wird. Trotz Kritik ist der Klout Score zurzeit der einzige Messwert mit Relevanz. Die folgenden sechs Nutzungsfaktoren machen Klout für Unternehmen empfehlenswert:

1. Recruiting: Gerade bei der Auswahl von Bewerbern auf Berufe, wie Social Media Manager o.ä., sollten Unternehmen auf Klout vertrauen. Sie können daran erkennen, ob der Bewerber wirklich Erfahrung hat und welche Reichweite er in den sozialen Netzwerken besitzt. Kundenservice ist heute über Social Media möglich. Daher braucht es Mitarbeiter, die mit dem Umgang in den Netzwerken vertraut sind. Dafür kann der Kloutscore ein entscheidender Faktor sein.

2. Neukundengewinnung: Mit dem Kloutscore können gezielt Influencer gefunden und auf Produkte angesprochen werden. Somit haben Sie zum einen die Chance aus den Influencern neue Kunden zu machen oder diese dazu zu nutzen neue Kunden zu generieren.

3. Kundenmanagement: Wer sagt denn, dass unter Ihren bereits gewonnenen Kunden nicht auch Influencer zu finden sind? Nutzen Sie deren Reichweite aus und lassen Sie sie Produkte testen und darüber sprechen. So konzentrieren Sie sich auf zwei Dinge gleichzeitig: Neukundengewinnung und die Pflege von Kundenbeziehungen.

4. Social Media Relations: Servicemitarbeiter, die über Social Media mit den Kunden interagieren, können mit Klout direkt erkennen, ob es sich um einen einflussreichen Kunden handelt. So kann der individuelle Kundenkontakt verbessert werden.

5. Suchmaschinenoptimierung: Google und Co. beziehen ihre Algorythmen immer häufiger von den sozialen Netzwerken. Daher ist nicht auszuschließen, dass ein hoher Kloutscore auch eine höhere Trefferquote bei Google erzielt.

6. Marketing mit Klout Perks: Perks ist das eigene Vermarktungsmodell von Klout. Nutzer mit einem sehr hohen Kloutscore bekommen von Unternehmen Vergünstigungen oder exklusive Angebote. Die Influencer schreiben Rezensionen oder posten Fotos und verbreiten somit die Marke. Da User sich in den sozialen Netzwerken oft von ihren Freunden beeinflussen lassen, bietet Klout Perks demnach einen weiteren möglichen Marketingkanal.

Fazit: Zwar fehlt die qualitative Auswertung der Beiträge bei Klout, jedoch hilft es Qualifikationen und Influencer zu generieren und gezielt mit ihnen in Interaktion zu treten. Probieren Sie Klout doch einmal aus und finden Sie Ihren Kloutscore heraus. Oder finden Sie Influencer für Ihr Marketing.

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Kommentare

  1. Hallo Claudia, Menschen nur anhand vom Klout einzuordnen finde ich persönlich schwierig. Bereits seit 2011 bin ich bei Klout und beobachte diesen Wert ständig. Ich finde es nicht mehr als ein aufgeblasener Aktivitätsindikator. Klout lässt sich in gewisserweise stark beeinflussen. Wer „leicht verdaulichen“ Content postet, wird wahr genommen und der Score steigt. Ergo wenn ich viele likes auf Facebook oder Instagram für ein Katzenbild bekomme steigt der Wert. Aber steigt damit auch Mein Wert? Man kann darüber streiten. Das der Algorithmus eine große Rolle spielt ist auch klar , da keiner genau weiss wie dieser funktioniert. Personaler sollten die Finger davon lassen.

    Im Oktober 2011 schrieb ich dazu: http://www.gestalterhuette.de/2011/10/28/plotzlich-bin-ich-eine-56-klout/

    Klout ist ehr ein Anhaltspunkt, weil sich keiner die Mühe machen wird diesen ständig beeinflussen zu wollen. Aber ein Indikator für „echte“ Einflussnahme? Das stelle ich zur Diskussion.

    Lieben Gruß – Rouven Kasten

  2. Danke für deinen Kommentar, Rouven!
    Auch wenn es in den USA bereits üblich ist, dass viele Personaler die Bewerber für Stellen als „Social Media Manager“ mit dem Klout-Wert checken, weil sie keine Theoretiker, sondern Praktiker suchen, so stimme ich dir zu, dass es nicht ratsam ist, Menschen nur anhand vom Klout-Wert einzuordnen. Menschen bleiben Menschen. Aber trotzdem benötigt man für ein Influencer-Marketing für Unternehmen Messriterien zur Messung von Engagement von Personen.
    Zwar ist es richtig, dass der Algorithmus von Klout instransparent ist. Als „aufgeblasener Aktivitätsindikator“ würde ich es aber deshalb nicht bewerten. Wir arrangieren uns auch bei Facebook und Google mit intransparenten Algorithmen und nutzen trotzdem die Systeme. Und wir wissen, dass sie auf Traffic durch Likes, Sharings und Kommentare in Social Media (Facebook, Twitter, Xing etc.) basieren.
    Natürlich muss man aus unternehmerischer Sichtweise weitere qualitative Kriterien zur Identifizierung von Influencern prüfen wie: „Wer ist Influencer in meiner Branche, hat also Reputation und Macht zur Einflussnahme? Wer verfügt über Relevanz und Reichweite? Wer ist Meinungsführer?“
    Mit Katzenfotos fällt man selbst mit einem hohen Kloutwert durch die qualitative Prüfung. Es sei denn, man sucht Influencer für Katzenfutter 😉
    Lieben Gruß, Claudia Hilker

  3. Hallo Claudia,

    vielen Dank für den Artikel. Ich finde es sehr undurchsichtig, was und wie genau Klout misst und auswertet.

    Und ich versuche seit einiger Zeit immer mal wieder meinen Blog mit Klout zu verbinden. Doch es gelingt mir nicht. Ich bekomme immer die Meldung „You must enter a WordPress.com blog or a Jetpack powered site.“.

    Auf meinem Blog ist Jetpack installiert. Hast Du die Verbindung erfolgreich einrichten können? In Deiner Auflistung oben kann ich nämlich auch keinen Blog entdecken.

    Viele Grüße
    Joachim

    • Cla says:

      Hallo Joachim, danke für deinen Kommentar!
      Ich habe Klout über Facebook, Twitter etc. eingerichtet. Eine Blog-Integration gibt es in meinem Profil nicht.
      Bezüglich deiner Frage müsstest du mal den Support von Jetpack kontaktieren.
      Gutes Gelingen und fröhliches Networking!
      Beste Grüße, Claudia Hilker

  4. Klar, man kann sich darüber freuen, wenn Klaut einen hoch rankt – und man kann das zum Anlass nehmen, zum Fürsprecher dieses Ratingsystems zu werden. Man kann allerdings auch andere Konsequenzen ziehen.

    • Danke für deinen Kommentar, Jens Arne Männig!
      Fragwürdig ist die Black-Box Klout, da gebe ich dir Recht.
      Ja, und abschalten kann man Klout natürlich, jedenfalls das eigene Profil 🙂
      Beste Grüße, Claudia Hilker

  5. Su says:

    Liebe Claudia,
    das ist ein bisschen wie „alle Jahre wieder“ – Klout versucht ja auch immer mal wieder für die Investoren, sich neu zu erfinden. Ich war gerade ähnlich wie Rouven etwas erstaunt, dass es so unkritisch als Wert angenommen wird. Denn der 90Tage-Durchschnitt ist zwar so, dass auch ruhigere Zeiten damit eingermaßen überbrückt werden, die Bewertung der einzelnen Interaktionen eber einfach sehrsher uneinsehbar ist und zudem es – wie bei so vielem – eben auch sehr US-typische Parameter bzw. Plattformen berücksichtigt und andere gar nicht verbunden werden können… Da wir hier in Europa anscheinend kein Gegengewicht haben, ist es für mich zwar ein Wert, ich gehe aber lieber mit Kred hausieren oder nutze Social Bro.
    Wenn Personaler danach gucken, kann es vielleicht ein Näherungswert sein – aber ehrlich gesagt, sollten sie lieber auf die Qualifikationen gucken, statt auf Klout-Werte.
    Und als Klout noch mehr „Wertung“ beinhaltet, sprich, als man +K vergeben konnte und menschen mit Themen in Verbndung bringen, war es ehrlicher.
    My2ct.

    • Liebe Su, danke für deinen Kommentar! Der Klout Wert wird schon kritisch im Beitrag beleuchtet. Mein Ziel war es aber zunächst einen informativen Beitrag zu schreiben. Natürlich stimme ich dir und Rouven zu, dass es noch anderer Kriterien bedarf, um Influencer zu identifizieren. Kred ist auch ein interessantes Measurement Tool zur Influencer Messung, aber noch wenig bekannt. Hast du schon Beiträge zum Thema geschrieben, Su? Liebe Claudia

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