Internet World 2011

Strategie | 0 Kommentare | von Prof. Dr. Claudia Hilker

Die Internet World 2011 (Fachmesse und Kongress) fand am 12. und 13. April 2011 auf der Münchner Messe statt. Die Fachmesse für E-Commerce, Online-Marketing und Internet-Technologie ist gegenüber zum Vorjahr um 30 Prozent gewachsen und hatte etwa 5000 Besucher. Auf über 8.000 Quadratmetern stellten rund 150 Aussteller aus. Im folgenden Beitrag geht es um die Inhalte auf dem ersten Kongress Tag.

Business mit Netzwerken
Netzwerke sind für Antony Mayfield, Gründer von Brilliant Noise, eine sehr spannende Angelegenheit. Für einen natürlichen und effektiven Umgang auch mit Social Media muss der Umgang damit tief in der Unternehmenskultur verankert seien, sagt er in seiner Keynote auf dem Internet World Kongress in München. Netzwerke verändern sich ständig. Zwar gebe es eine Reihe von verschiedenen Netzwerken, die einem im Alltag begegnen, doch dabei sei den Nutzern die Komplexität der verschiedenen Netzwerke nur selten bewusst. Mayfield ruft Unternehmen dazu auf, in größeren Zeiträumen und Zusammenhängen zu denken. Auf diesem Weg könnten Firmen besser abschätzen, welche Veränderungen es kulturell, wirtschaftlich oder politisch geben könne – und nur so ließen sich gute Marketingstrategien für die eigene Firma planen.

Drei „Super Skills“
Was Unternehmen unbedingt lernen müssen:
1) Der Umgang mit den verschiedenen Netzwerken, seien es Social Media wie Twitter oder das Internet als Ganzes, muss im Unternehmen genutzt und gelebt werden.
2) Informationen und Daten teilen. Sämtliche Daten im Unternehmen sollten für alle zugänglich sein. Damit stehen die Informationen einer großen Öffentlichkeit zur Verfügung.
3) Der Workflow muss ein Stück weit an das Internet angepasst werden. Netzwerke bieten zugleich immer die Möglichkeit zur Ablenkung. Um die Produktivität hochzuhalten, müssen gewisse Abläufe festgelegt werden.

Personalführung in Social Media
Ein Unternehmen will in Social Media aktiv werden. Doch wie nimmt es seine Mitarbeiter mit? Darüber sprach Ergin Iyilikci, Vice President Corporate Communications, Scout24,auf dem Internet World Kongress in München. „Wir glauben, dass Social Media von Mitarbeitern verschiedener Abteilungen gemacht werden soll“, erklärt Iyilikci. Dafür hat Scout24 ein Kompetenzzentrum mit zwei Vollzeitmitarbeitern gegründet, die ihre Kollegen beraten. Insgesamt seien für Projekte bis zu 15 Personen mit Social Media befasst. Diese stammten aus den Bereichen Kundenbetreuung, PR, Produkt-Management, Online-Marketing, Personalführung und Community-Management. „Sie können sich als Unternehmen für oder gegen aktives Online-Reputations-Management entscheiden, aber Sie können sich nicht gegen ihre Online-Reputation entscheiden.“

Der Mitarbeiter als Botschafter
Da Mitarbeiter auch privat im Social web unterwegs sind, verschwimmen die Grenzen zwischen Beruflichen und Privatem. Das könne auch Krisen auslösen, obwohl Mitarbeiter mit besten Absichten handeln. Guidelines für die Mitarbeiter können hier helfen, rät Iyilikci. Bei der Gestaltung sollten die Angestellten in erster Linie ermutigt werden. „Wir möchten die Mitarbeiter sensibilisieren und ihnen Sicherheit gegen.“

Social Media läßt sich nicht verbieten
„Da ist es besser, die Mitarbeiter offen und selbstbestimmt an die Netzwerke heranzuführen.“ Auch privat seien Angestellte eines Unternehmens als solche zu identifizieren, betont Iyilikci. „Ob sie das wollen oder nicht: Die Mitarbeiter haben eine Botschafterrolle.“ Er rät: Mitarbeiter sollten sich deshalb offen zu erkennen geben, die Reaktion auf Kritik der Unternehmenskommunikation überlassen, Meinung und Fakten trennen und jedem Social-Media-Kanal entsprechend reagieren.

Erfolg von Social-Media-Kampagnen
Mirko Lange von talkabout communications und Heiko Eckert von bigmouthmedia stellten auf dem Internet World Kongress in München Praxis-Beispiele aus dem Bereich Social-Media-Marketing vor. „Social-Media-Marketing funktioniert dann besonders gut, wenn es mit anderen Maßnahmen kombiniert wird“, sagt Eckert. So habe die Old-Spice-Kampagne nur kurzfristig eine Absatzsteigerung erreicht. Das Chefticket der deutschen Bahn hat knapp 60.000 Fans auf Facebook gewonnen. Besonders spannend: Die größte Steigerung sei nach – zum Teil negativen – Berichten in klassischen Medien entstanden. Nachhaltig sei das Wachstum nicht gewesen, so Eckert: „Seit Monaten ist auf der Fanseite nichts passiert.“ Und auch die die Absatzzahlen müsse man in Relation setzen: Zwar habe die Bahn 140.000 Fahrkarten verkauft, das sei jedoch nur 1,7 Promille des Gesamumsatzes im gleichen Zeitraum.

Geniale Idee oder Rohrkrepierer?
Die Agenda in Social Media werde von den Nutzern, und nicht von den Unternehmen bestimmt. Das zeige sich am Beispiel Teldafax, das sich Kritik auf seiner Facebook-Präsenz verboten habe. Oft werde, so Lange, ein Dialog nur imitiert. Auf Statusmeldungen mit Fragezeichen reagierten die User um 15 Prozent häufiger als auf solche, die mit einem Punkt enden. „Was das dem Unternehmen bringt, weiß man nicht.“ Firmen sollten über alle Themen dialogfähig sein. „Social Media lebt vom Faktor Mensch“, so Lange. Das beherzige, wer Informationen teile oder andere zum Lachen bringe. „Und wenn Ihnen das keinen Umsatz bringt, nutzen Sie bitte andere Absatzkanäle.“

Quelle: Internet World

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