Employer Branding mit Videos

Kommunikation | 8 Kommentare | von Prof. Dr. Claudia Hilker

Mit Videos können Unternehmen neue Mitarbeiter aktiv, gezielt und modern ansprechen. Die speziell für Bewerber erstellten Videos können auf den eigenen Karriere-Seiten, auf externen Job-Portalen und in Stellenanzeigen präsentiert werden. Die Vorteile sind groß: Videos machen Unternehmen sinnlich erlebbar und sind eine großartige Möglichkeit, Stärken authentisch zu präsentieren sowie Talente davon zu überzeugen, sich zu bewerben. Dies fördert auch das Employer Branding.

Zudem prüfen Kandidaten frühzeitig, ob sie zu Ihrem Unternehmen passen. Filme machen Stellenanzeigen erfolgreicher, so die Studie der FH Düsseldorf. Aufmerksamkeit und Wiedererkennungswert des Arbeitgebers werden um rund 40 Prozent deutlich gesteigert, so IP-Media.

Film: Audi Audi - der Wunscharbeitgeber - Employer Branding

Film: Audi Audi – der Wunscharbeitgeber

Rekruitment-Videos von Audi
Audi ist nicht nur ein erfolgreicher Automobilbauer, sondern auch ein Top-Arbeitgeber in Deutschland. Stets auf der Suche nach qualifizierten Fachkräften bietet das Unternehmen spannende Einsatzbereiche und präsentiert sich mit Rekruitment-Videos. Link zum Audi Video.

Gezieltes Employer Branding
Employment Videos sind auch ein Versuch, die Kontrolle über das Employment Branding wiederzugewinnen. Die meisten Unternehmensfilme sind aber noch nicht erfolgreich darin, online neue Mitarbeiter zu gewinnen. Auf den Karriereseiten der Unternehmen finden sich oft langweilige Sprüche, Bilder und Statements. Dabei sind Videos ein gutes Mittel, um den vitalen Spirit eines Unternehmens herüberzubringen und die Arbeitsatmosphäre fühlbar zu machen.

Fachkräfte Mangel
Weil Fachkräfte immer knapper werden, versuchen Unternehmen Bewerber mit Videos zu ködern. Einige sind jedoch reine Imagefilme und provozieren zum Widerspruch. Welche Spots bei der Arbeitgebersuche wirklich helfen, dafür gibt es keine Patentrezepte, wohl aber weisen einige Praxisbeispiele wie Audi sinnvolle Handlungsempfehlungen auf. Kritisch ist beim Video-Einsatz zu beachten: Verbreitet der Film wirklich die Inhalte, die die Bewerber suchen? Falls nein, bleibt die Bewerberzahl trotz Video gering.

Spirit des Unternehmens
Erfahrene Fach- und Führungskräfte sind inzwischen so gefragt, dass ein gutes Gehalt für sie fast selbstverständlich ist. Entsprechend achten die High Potentials eher darauf, ob das Arbeitsklima stimmt und der Job es erlaubt, Familie und Beruf zu verbinden. Solche Themen kann ein Video leichter vermitteln als eine Anzeige oder eine Firmenbroschüre. Im Film sehen und spüren Bewerber den Spirit des Unternehmens.

Authentizität ist ein Erfolgsfaktor
Überlegen Sie sich als Unternehmer genau, was sie zeigen und welche Botschaften Sie transportieren wollen. Denn Mitarbeiter kündigen, wenn sie enttäuscht werden. Wenn Sie sich dagegen klarmachen, dass Ihr Unternehmen hinter der Aussage eines Videos steht, dann können selbst PR-Filme aufschlussreich sein. Auch wenn die Szenen aufpoliert sind, spiegeln sie wider, wie sich ein Unternehmen selber sieht und gesehen werden möchte.

Wenn der Film professionell ist, bekommen Ihre Bewerber darin hilfreiche Informationen, die sie sonst mühsam im Web recherchieren müssten. Wenn das Video aussagekräftig ist, dann gewinnen Bewerber ganz konkrete Anhaltspunkte, wer und was sie in ihrem zukünftigen Job wirklich erwartet und auch, was man von ihnen erwartet.

Google Film über Employer Branding mit Videos

Google Film

Die richtige Wirkung erzielen
Die Anziehungskraft eines Videos ist so groß, dass selbst mächtige Konzerne darauf setzen: Ein Video, das einen Einblick in die Arbeitswelt von Google gibt, wurde bei YouTube über 2 Millionen mal angesehen! Es zeigt, wie dynamisch, offen und unkonventionell die Arbeitswelt bei Google ist. Link zum Google Film.

Webvideos sind kostengünstig
Das Internet und die hohen Bandbreiten machen es möglich, dass die Webvideos in hoher Qualität tausendfach angesehen werden können. Und das für wenig Geld: Zwischen 5.000 und 10.000 Euro kostet ein Film durchschnittlich – so viel wie eine Stellenanzeige in einer überregionalen Tageszeitung. Gerade für relativ unbekannte KMU sind die Videos deshalb reizvoll.

Eine Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdbild kann zu Irritationen führen
Wenn bei den Videos zu stark nachgeholfen wird, um das Image des Unternehmens zu polieren, wird das Webvideo zur abgefilmten Hochglanzbroschüre. Unser Tipp deshalb für Ihren Film: Planen Sie Ihren Film mit einem professionellen Drehbuch, aber arbeiten Sie mit echten Mitarbeitern, auch wenn sich deren schauspielerisches Talent in Grenzen hält, denn das ist authentischer. Geben Sie ihnen für Situationen Formulierungsvorschläge und fördern Sie deren eigenen Sprachgebrauch, der glaubwürdiger wirkt. Meiden Sie künstliche Inszenierung, die Sie im Arbeitsalltag auch nicht einhalten können. Authentische Filme sind besser als perfekte „aalglatte“ Filme, die nichts Markantes über die Firma aussagen.

Selbstgedrehte Filme bringen nicht die beste Qualität, sorgen aber für Authentizität. Auf YouTube finden sich auch Clips von Mitarbeitern, die mit den offiziellen Firmen-Videos wenig gemein haben. Zum Beispiel Filme, die heimlich in Büros aufgenommen wurden oder mit Vorwürfen gespickt sind und in denen schlechte Führungskräfte beim Namen genannt werden. Das sind Beweise, dass der Einfluss der Unternehmen schwindet: Mitarbeiter melden sich immer öfter im Internet zu Wort und die Clips liefern enorme Transparenz.

Praxis-Tipps
Einige Experten raten deshalb gar zu einem radikalen Schritt: „Wirf das Drehbuch weg und rede offen über das Gute und Schlechte und ermuntere so viele Arbeitnehmer wie möglich, ihre Stimme zu benutzen“. Zurzeit setzen Unternehmen allerdings eher auf das Gegenteil. Der neueste Trend: Recrutainment – eine Mischung aus den englischen Wörtern für Rekrutierung und Unterhaltung. Um Führungsnachwuchs auszuwählen setzt etwa der Verlag Gruner + Jahr ein Spiel ein, bei dem die Teilnehmer virtuell in die Rolle eines Mitarbeiters schlüpfen und typische Aufgaben lösen. Egal, ob Firmenvideos, Videospiele oder Mitarbeiterclips: Die Bewerber profitieren davon allemal. Je mehr Informationen sie erhalten, desto genauer wissen sie, ob der Arbeitgeber zu ihnen passt.

„Social Media für Unternehmer“ von Claudia Hilker
Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch von Claudia Hilker: „Social Media für Unternehmer: Wie man Xing, Twitter, Youtube und Co. erfolgreich im Business einsetzt“.

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