Employer Branding in Social Media

Kommunikation | 7 Kommentare | von Prof. Dr. Claudia Hilker

Wie die Personalsuche und das Arbeitgeber-Marketing mit Social Media gelingt
Personalsuche läuft zumeist über Stellen-Anzeigen in den Zeitungen, Empfehlungen, Direct Search oder über das Internet. Doch viele Unternehmen vernachlässigen die neuen Möglichkeiten durch Social Media. In diesem Beitrag werden neue Chancen zur Mitarbeiter-Gewinnung (Employer Recruitment) näher untersucht. Zudem geht es um die Frage, wie Sie Ihre Arbeitgeber-Marke (Employer Branding) positiv entwickeln können. Außerdem finden Sie Vorschläge, sie Sie auf Ihrer eigenen Website kostengünstig neue Mitarbeiter locken können. Auch Praxis-Erfahrungen mit Karriere-Portalen und Social Networking zur Personalgewinnung werden in den weiteren Folgen thematisiert.

Unternehmen stellen Stellenangebote ins Netz
Fast alle deutschen Unternehmen schreiben freie Stellen in Online-Jobbörsen, auf der eigenen Website oder in sozialen Netzwerken aus. Das hat eine repräsentative Umfrage unter 1.357 Firmen ergeben, die der Hightech-Verband BITKOM im März 2010 vorgestellt hat. Nur 12 Prozent der befragten Unternehmen setzen auf soziale Online-Netzwerke zur Mitarbeiter-Rekrutierung wie: Xing, StudiVZ oder Facebook. In der internetaffinen ITK-Branche sind es bereits 19 Prozent. Die Bedeutung von sozialen Online-Netzwerken für die Personalsuche steigt allerdings. So existieren bei Xing hunderte Diskussionsgruppen zum Thema Karriere. In der Studenten-Community StudiVZ werden Studentenjobs vermittelt oder der Einstieg in den ersten Job nach dem Abschluss vorbereitet.

Bitkom: So gelingt die Mitarbeitersuche im Web

Employer Branding ist eine unternehmensstrategische Maßnahme
Damit präsentiert sich ein Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber, differenziert sich von anderen Firmen und positioniert sich positiv am Markt. Das ist extrem wichtig für den Mittelstand, da diese kleineren Firmen oft nur einen geringen Bekanntheitsgrad haben. Leider wird Employer Branding gerade hier nicht genutzt, obwohl sich ein Engagement lohnen würde. Das Ziel des Employer Branding ist es, sowohl die Effizienz der Personalrekrutierung als auch die Qualität der Bewerber dauerhaft zu steigern. Außerdem sollen qualifizierte und engagierte Mitarbeiter durch eine höhere Identifikation langfristig an das Unternehmen gebunden und Leistungsbereitschaft und Commitment erhöht werden. Krankenstand und Bürodiebstahl sollen reduziert werden.

Praxis-Beispiele in Deutschland sind die „Be-Lufthansa“-Kampagne von Lufthansa, die „Are you automotivated?“-Kampagne von Continental oder die „Passion Wanted!“-Kampagne von McKinsey & Company Deutschland. Die wichtigsten Bestandteile zum Aufbau einer Arbeitgebermarke sehen Sie in der folgenden Abbildunng:

Employer Branding muss attraktive Anreize bieten

Employer Branding muss Anreize bieten

Social Media in der Personalarbeit
Studien zeigen, dass Social Media längst Einzug in die Personalarbeit gehalten haben. Der Social Media Report HR 2010 hat beispielsweise den Einsatz von Social Media im Personalwesen geprüft und 651 Personaler aus Deutschland und Österreich befragt. Durchgeführt wurde diese Umfrage von Thorsten zur Jacobsmühlen in Kooperation mit StepStone Solutions, den Personaler-Netzwerken HRM.de, HRM-Austria.at und dem Magazin Personal Manager. Die wichtigsten Aussagen der Studie im Überblick:
1) Etwa jedes zweite Unternehmen erlaubt Mitarbeitern freien Zugang zu Social Media.
2) Jedes zehnte Unternehmen wird Social Media nicht einsetzen.
3) 64 Prozent der Unternehmen haben keine Social Media Policy.
4) Der eigene Ruf wird selten kontrolliert, dafür aber die Bewerber-Reputation.
5) Schlechte Reputation verhindert Einstellung.
6) XING ist das das favorisierte Recruiting-Tool für Personaler.
7) Print-Stellenbörsen und Personalberater sind die Verlierer.
8 ) Wachstumskurs für Online-Stellenmärkte.
9) Social Media ist der Gewinner: 53 Prozent der deutschen Unternehmen wollen mehr in Social Media investieren Das ist der Spitzenwert im Bereich der Investitionen für 2010.

Viele Unternehmer glauben, dass sie Social Media schon richtig nutzen
Aber es wird noch nicht professionell angegangen. Während die Bewerber längst zu Informationsjunkies geworden sind, die fachmännisch und in Echtzeit kommunizieren, vergessen viele Personaler, dass die sozialen Netzwerke nicht nur zum „Talente fischen“ benutzt werden sollten, sondern die „Gewässer“ aktiv gepflegt werden müssen: durch Eingabe „frischer Informationen.“ Zudem wird die eigene Arbeitgeber-Marke (Employer Branding) nicht gepflegt und auch das Monitoring wird vernachlässigt. Einfach Jobs über Twitter posten reicht nicht. Qualifizierte Mitarbeiter suchen attraktive Arbeitgeber, die sich auch professionell in Social Media präsentieren. Mehr in der Studie, die es online kostenfrei zum Download gibt.

Häufige Fehler von Unternehmen
Defizite gibt es zumeist, weil zu wenig auf das spezielle Informationsbedürfnis der Zielgruppen eingegangen wird.und weil viele Unternehmen auf ihrer Website auf interaktive Elemente verzichten wie: Online-Bewerbungsmodule, Eignungstests und Social Media Angebote wie Blogs, Podcasts, Videos, RSS-Feeds und Social Bookmarking. Der zögerliche Einsatz dieser Technologien verwundert, sind es doch gerade diese Angebote, die dem Nutzungsverhalten jüngerer Zielgruppen entsprechen und somit auch die Arbeitgeber-Attraktivität steigern.

Best-Practice-Beispiel Telekom: Azubis mit Karriere-Websites locken
Karriere-Websites gehören heute zu den wichtigsten Personalmarketing-Instrumenten. Doch wie gut sind die Online-Auftritte, die sich an Schüler und potenzielle Auszubildende richten? Die Zielgruppe also, die schon bald hart umkämpft sein wird. Die deutsche Telekom zeigt gelungene Umsetzung mit ihrer Ausbildungssite. Der Konzern hatte in einem Wettbewerb das beste Informationsangebot für Auszubildende gewonnen und überzeugte mit einem hervorragenden Bewerbungsmodul und einem attraktiven Design.

Wie die Telekom Auszubildene online gewinnt

Über das Buch: „Social Media für Unternehmer“ von Claudia Hilker
Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Buch der Marketing-Expertin Claudia Hilker: „Social Media für Unternehmer: Wie man Xing, Twitter, Youtube und Co. erfolgreich im Business einsetzt“. Es verrät, worauf es wirklich ankommt, welches Netzwerk für welches Ziel und für welche Zielkunden geeignet ist. Claudia Hilker leitet die Düsseldorfer PR-Agentur Hilker Consulting und berät Kunden in der strategischen MarketingKommunikation. Die Marketing-Expertin entwickelt Konzepte, Content und Relations für Public Relations und Social Media. Claudia Hilker hält Workshops, Seminare und Vorträge.

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