Bildrechte beim Bloggen

Strategie | 2 Kommentare | von Claudia Hilker

Bildrechte beim Bloggen ist ein wichtiges Thema, denn der Bilder-Einsatz gehört zum Blogger-Alltag. Ziel ist die Lesefreundlichkeit des eigenen Textes zu steigern, Inhalte anschaulicher zu gestalten und Abwechslung in das Lese-Erlebnis zu bringen. Begriffe wie Urheberrecht oder Bildlizenz finden dabei jedoch viel zu wenig Beachtung, obwohl ein Missbrauch heftige Konsequenzen zur Folge haben kann!

Die gesetzliche Grundlage: Das Urheberrecht

Bloggen

Bild: Thorben Wengert

Grundsätzlich ist derjenige, der ein Bild gemacht hat, der rechtmäßige Urheber. Nach deutschem Recht ist, abgesehen von einigen Ausnahmen, jedes Foto von Beginn an urheberrechtlich geschützt. Der Urheber besitzt daher auch das Recht zur Veröffentlichung. Außenstehende dürfen das Bild nur mit ausdrücklicher Erlaubnis des Urhebers verwenden, dies kann beispielsweise durch den Erwerb von Bildlizenzen geschehen. Da Blogger aber meist nicht Unmengen an Geld für Bildlizenzen und Nutzungsrechte ausgeben können, ist für sie besonders die Möglichkeit der freien Bild-Lizenz, die es in bestimmten Online-Portalen gibt, interessant.

Beim Bloggen auf der sicheren Seite

Aus Sicherheitsgründen beim Bloggen auf Bilder zu verzichten sollte keine Option sein. Die wichtigste Regel, die beim Bloggen beachtet werden sollte, ist: Bilder mit unbekanntem Urheber dürfen nicht verwendet werden. Dieses Szenario tritt häufig auf, wenn beispielsweise ein Bild mit Hilfe der Google-Suche gefunden wurde. In diesem Fall ist die einzige Chance, dass in der Bildbeschreibung oder im Impressum der Webside Informationen zum Urheber bzw. zum Nutzungsrecht vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall, hat der Blogger keine Chance: Das Bild darf nicht verwendet werden.

Flickr, Pixelio & Co
Deshalb empfiehlt es sich für Blogger Bilder direkt über spezielle Datenbanken oder Portale zu suchen, die Bilder mit freien Lizenzen als Suchergebnisse anzeigen. Ein Beispiel ist flickr. Auf diesem Portal kann der Blogger in der Suchfunktion genau einstellen, welche Lizenz-Art das Suchergebniss aufweisen soll. Für lizenzfreie Bilder wäre die Einstellung Creative Commons zu wählen. Hier kann man ein Bild meist ohne Bedenken nutzen, solang man den Urheber als Bildunterschrift setzt.

Ein anderes Beispiel ist die kostenlose Datenbank Pixelio. Sie enthält für jeden registrierten Nutzer lizenzfreie Bilder. Jedoch sollte sich der Blogger vor dem Bloggen absichern, ob das ausgegebene Bild nur für redaktionelle oder auch für kommerzielle Inhalte verwendet werden darf. In jedem Fall sollten die Blogger mit den Nutzerbedingungen dieser Plattformen vertraut sein, um Konflikten aus dem Weg zu gehen. Eine weitere Stolperfalle ist, dass man den anderen Nutzern dieser Plattformen ein gewisses Vertrauen entgegen bringen muss, wenn man sich auf ihre Angaben verlässt. Es gibt schließlich keine Garantie bezüglich der Echtheit dieser Lizenzen – wer sagt einem, dass das Bild überhaupt dem Nutzer gehört, der es online zur Verfügung stellt? Nehmen Sie sich also Zeit für die Bilder-Auswahl und arbeiten Sie sorgfältig. Ein Profilcheck des Anbieters kann möglicherweise schon mehr Aufschluss bringen.

Einfach selbst machen?
Am sichersten erscheint die Variante, die Fotos vor dem Bloggen selbst zu schießen. Aber auch hier sollte Vorsicht geboten sein: Es dürfen nicht wahllos Personen, Gegenstände oder Gebäude geknipst und veröffentlicht werden. Leider ist die Rechtsprechung bezüglich der Bildrechte beim Bloggen bzw. im Internet grundsätzlich sehr schwammig. Beim Blick in die Praxis fällt auf, dass ein bedeutender Unterschied zwischen theoretischen Gesetzestexten und der praktischen Handhabe existiert. Doch weder diese Feststellung noch Unwissenheit rechtfertigt ein Fehlverhalten. Wer bloggen möchte, muss sich informieren.

Das kann unvorsichtigen Bloggern drohen

Das man mit dem Thema nicht spaßen sollte, zeigen Beispiele aus der Vergangenheit. Im Falle des Missbrauchs des Urheberrechts ist es nämlich mit dem Löschen des Bildes nicht getan. Wenn die Urheberrechtsverletzung zur Anklage gebracht wird, erhält der Verursacher eine Abmahnung und muss eine Unterlassungserklärung abgeben. Außerdem drohen ihm Schadenersatzforderungen sowie die Übernahme der Anwaltskosten. Jack Wolfskin hat z.B. eine Person auf 1.000 € Schadensersatz verklagt, weil sie in einem Onlineshop handgefertigte Produkte anbot, auf denen eine Tierpfote zu sehen war. Jack Wolfskin begründete die Klage mit der Ähnlichkeit der Tatze auf den Bildern der Bastlerin und ihrem Markenlogo.

Wir empfehlen daher sich in unsicheren Situationen oder im Ernstfall direkt an einen Experten zu wenden. Möglicherweise sind die Kosten für eine einmalige juristische Beratung besser angelegt, als das immer wiederkehrende Risiko durch Unwissenheit. Anwälte mit den Schwerpunkten Internet-, Medien- oder Urheberrecht sind in diesem Fall die geeigneten Ansprechpartner.

Tipps zum Thema: Bildrechte beim Bloggen

Damit der letzte Rest Unsicherheit bezüglich des Themas Bild-Rechte beim Bloggen verschwindet, geben wir Ihnen die folgenden drei Tipps mit auf den Weg und wünschen weiterhin viel Spaß beim Bloggen:

  1. Orientieren Sie sich am wissenschaftlichen Zitieren, sprich geben Sie stets Ihre Quellen an.
  2. Lesen Sie Blog von Experten auf diesem Gebiet, z.B. www.rechtzweinull.de
  3. Machen Sie sich mit den Creative Commons Lizenzen vertraut

 

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Kommentare

  1. Ein sehr kluger Kommentar, Frau Hilker. Mir scheint gleichfalls, dass dieses Thema einerseits von den privaten Usern sehr vernachlässigt wird. Auf der anderen Seite drängt sich manches Mal der Eindruck auf, dass Unternehmen Möglichkeiten in ihren Social Media-Accounts auch deswegen vernachlässigen, weil sie bei den Nutzungsrechten von Bildelementen unsicher sind. Da tut mehr Aufklärung auf breiter Front Not. Und auf der Bildebene sind viele Fragen noch in der Grau- und Schwebephase oder rechtlich noch umstritten. Stichwort: Vorschaubilder. Oder denkt man an das Weiterpinnen von Photos, Bilder und Grafiken beispielsweise auf der hoch interessanten Plattform Pinterest. Hier denkt man zwar im ersten Augenblick, es ist eine weltweite Bildplattform zum gewollten Weiterleiten und Einbetten von Inhalten, das muss ja in Ordnung sein. Aber auch ich habe schon manches Mal dort zurückgezogen. Fand manchen Inhalt toll, den ich gern auf meine Pinwände genommen hätte, war dann aber unsicher, ob die Originalquelle überhaupt mit Zustimmung zum Beispiel eines Unternehmens, einer Agentur etc. hochgeladen war. Diese Unsicherheit werden viele ähnlich empfinden. Wäre also schön und sinnvoll, wenn Sie dieses sensible Thema gelegentlich weiterverfolgen und auch noch auf weitere Social Media-Plattformen anwenden.

    • Vielen Dank für Ihren Kommentar, Herr Professor Dr. Kiefer! Ja, wir werden das Thema noch vertiefen. Dazu gibt es noch viel Klärungsbedarf. Beste Grüße, Claudia Hilker

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