Bewerber-Check in Social Media

Management, Strategie | 0 Kommentare | von Claudia Hilker

Jedes zweite Unternehmen überprüft Bewerber in Social Media. Fachliche Qualifikationen und Äußerungen stehen dabei im Mittelpunkt. Jeder siebte Personaler hat nach diesem Online-Check bereits Bewerber aussortiert. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands BITKOM unter 408 Personalverantwortlichen in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern.

Aussagekraft des Social Media Profilschecklist-41335_1280

Wer sich auf eine Stelle bewirbt, muss damit rechnen, dass neben seinen Bewerbungsunterlagen auch seine Profile in Sozialen Netzwerken gründlich geprüft werden. In rund jedem zweiten Unternehmen (46 Prozent) werden die persönlichen Seiten in den entsprechenden Sozialen Netzwerken unter die Lupe genommen. Dabei werden Einträge auf beruflichen Plattformen wie Xing oder LinkedIn häufiger ausgewertet (39 Prozent) als die eher privat ausgerichteten Portale wie Facebook oder Twitter (24 Prozent). „Profile in Sozialen Netzwerken sind oft aussagekräftiger als eine kurze Bewerbung. Deshalb werden Personalabteilungen künftig noch häufiger darauf zurückgreifen, um sich ein Bild von Kandidaten zu machen“, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Auf was achten Personaler?

Mehr als jeder siebte Personalchef (15 Prozent), der sich Profile von Bewerbern in Sozialen Netzwerken anschaut, hat sich bereits aufgrund eines Online-Checks entschieden, Bewerber nicht zum Gespräch einzuladen oder einen Job doch nicht anzubieten. 90 Prozent dieser Personaler geben Widersprüche zu den Bewerbungsunterlagen als Grund für die Entscheidung an. Jeder Dritte (32 Prozent) berichtet von inkompetenten fachlichen Äußerungen der Kandidaten, 6 Prozent sind auf beleidigende Äußerungen gestoßen. Keine Rolle spielen dagegen die politische Weltanschauung oder Fotos von ausgelassenen Partys. „Kein Personalentscheider ist so weltfremd, dass er Bewerber aussortieren würde, weil sie ausgelassen feiern. Es gibt aber Grenzen bei dem, was öffentlich ins Netz gestellt werden sollte“, so Rohleder.

Fachliche Qualifikation und Äußerungen im Fokus des Interesses

Im Mittelpunkt des Interesses stehen bei der Prüfung von Social-Media-Profilen die fachliche Qualifikation (89 Prozent), öffentliche Äußerungen zu Fachthemen (72 Prozent) sowie über das Unternehmen oder seine Wettbewerber (56 Prozent). Knapp jeder Zweite (44 Prozent) achtet auch auf Hobbys oder private Aktivitäten der Kandidaten, 34 Prozent betrachten veröffentlichte Fotos sehr genau. Weniger von Interesse sind die Anzahl der Kontakte in den Netzwerken (5 Prozent) oder politische Ansichten (4 Prozent).

Zeitpunkt des Bewerber-Checks

Wann die Einträge in den Sozialen Netzwerken überprüft werden, variiert dabei. Fast zwei Drittel der Unternehmen (62 Prozent) informieren sich im Netz vor der Entscheidung, ob ein Bewerber zum Gespräch eingeladen wird, 39 Prozent überprüfen die Angaben nach dem Gespräch, 30 Prozent bereits bei der ersten Sichtung der Unterlagen. Und 12 Prozent gleichen ihr Bild vom Kandidaten kurz vor der Entscheidung, ob ein Vertrag unterschrieben wird, noch einmal mit den Social-Media-Profilen ab.

Fazit: „Ein bewusst gepflegtes Profil kann die Bewerbungsunterlagen ergänzen, die eigenen Qualifikationen unterstreichen und das Bild eines Kandidaten abrunden“, erklärt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen sehr deutlich, dass diese Chance, wenn sie nicht genutzt wird, zum Risiko beziehungsweise zur Gefahr für die eigene Online-Reputation werden kann. Profile in Sozialen Netzwerken sollten daher bewusst gepflegt und von Zeit zu Zeit aufgeräumt werden. Die vollständige Pressemitteilung erhalten Sie hier im PDF-Format. Abschließend veranschaulicht die folgende Grafik die Ergebnisse der BITKOM Studie vom Juni 2015:

Jedes zweite Unternehmen überprüft Bewerber in Sozialen Netzwerken, Quelle: BITKOM

Jedes zweite Unternehmen überprüft Bewerber in Sozialen Netzwerken, Quelle: BITKOM

 

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